Man braucht kein Privatsphärenreduktionist oder Kulturrelativist zu sein, um zu erkennen, dass die Bereitschaft der Menschen, Privates preiszugeben, von ihren sozialen und politischen Arrangements und von den Ideologien abhängt, die auf diesen Arrangements basieren. Aus der Existenz solcher Unterschiede folgt nicht, dass es Kulturen gäbe, in denen die Privatsphäre keine Rolle spielte, sondern lediglich, dass man umfangreiches Hintergrundwissen benötigt, um deren Äußerungsformen in einer Kultur zu erkennen.